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Tassiopeia


Coffee mug for long distance relationships

Industrial User Experience

Tassiopeia

Die Kluft zwischen Nähe und Distanz

Die moderne globale Vernetzung hat paradoxerweise eine neue Form der Isolation geschaffen. In Zeiten von geografischer Trennung sind viele menschliche Beziehungen – sei es durch globale Migration oder die Herausforderungen des modernen Arbeitslebens – gezwungen, sich auf audiovisuelle Medien wie Videoanrufe und Textnachrichten zu verlassen. Während diese digitalen Werkzeuge die Kommunikation aufrechterhalten, fehlt ihnen ein entscheidendes Element: die physische Resonanz. Die menschliche Bindung ist tief in Berührung verwurzelt. Wie können wir die emotionale Tiefe und die unmittelbare Intimität eines gemeinsamen Moments simulieren, wenn physischer Kontakt unmöglich ist?

Unsere Ausgangsfrage war daher nicht nur technisch, sondern existenziell: Kann taktile Stimulation die emotionale und intime Verbindung zwischen zwei Menschen über große Entfernungen hinweg authentisch verstärken?

Vom Bildschirm zur Berührung

Tassiopeia entstand aus der Notwendigkeit heraus, die Kluft zwischen digitaler Darstellung und körperlicher Erfahrung zu schließen. Wir wollten über das bloße “Sehen” hinausgehen; wir wollten das Fühlen vermitteln.

Unsere Inspiration reichte von etablierten haptischen Kunstprojekten bis hin zu Ritualen des Alltags. Wir fragten: Was macht eine Umarmung aus? Wie können wir die Nuancen eines gemeinsamen Rituals – wie das morgendliche Kaffeezeremonie – in eine digitale, aber fühlbare Erfahrung übersetzen?

Wir reduzierten diesen breiten Pool an Ideen auf ein fokussiertes, hochgradig kuratiertes Konzept:
Die Tasse als Resonanzkörper.

Von der Idee zum Prototyp

Konzeptionelle Skizze (Pretotyping) Kurze 10-Sekunden-GIFs zeigen die wichtigsten Gespräche und Begegnungen. Für die Darstellung haben wir ein anpassbares Material gewählt, das es ermöglicht, Berührungen genau und detailliert zu zeigen.

Die Nutzerreise (User Flow)
Eine Fernbeziehung, teilt täglich ein Ritual: Berührt Luis seine Tasse, spürt Anna eine Wellenbewegung in ihrer. So bleiben sie verbunden und starten gemeinsam in den Tag.

Technische Verfeinerung und Prototyping
Um die Übertragung zu simulieren basierte der erste Prototyp auf einem Ballon. In der zweiten Version übertrugen wir den Protoyp auf den rituellen Gegenstand mit CAD.

Ästhetik und Formsprache

Das Design musste die emotionale Tiefe widerspiegeln. Wir entschieden uns für eine reduzierte, erdige Ästhetik – inspiriert von Schildpattschalen und der universellen Formgebung. Die finale, bauchige Silhouette vermittelt Stabilität und die Geschichte eines gemeinsamen Objekts.

Finaler Prototyp

Der finale Prototyp ist ein integriertes System, das drei Kernfunktionen erfüllt:

    1. Neigungs-Anzeige: Die Tasse spiegelt die Bewegung der Partner-Tasse wider.
    2. Aktivierung: Sie dient als sanfter, taktil basierter Weckruf.
    3. Intensitätsübersetzung: Die Berührung wird in eine fühlbare, nuancierte Bewegung übersetzt.
  • Skills

    Interaction Design, C#, Prototyping, Arduino, Physical Computing

  • Client

    Köln International School Of Design

  • Tags

    Long Distance, Mug, Physical Computing, User Experience

  • Team:

    Leon Moehring, Ronja Preuss

Tassiopeia - The UX flow Tassiopeia eine pastelgrüne Tasse mit hervorstehenden Schildgkröten Muster steht auf einer Holzfläche